Zwangsverrentung

Neuerdings droht vielen älteren Arbeitslosen die Zwangsverrentung. Bisher war es so, dass Menschen zwischen dem 58ten und dem 65ten Lebensjahr, die keinen Job hatten, Arbeitslosengeld oder AlgII beziehen konnten, ohne bei der Arbeitsagentur vorstellig werden zu müssen. Sie wurden auch nicht mehr in Umschulungsmaßnahmen geschickt oder für Ein-Euro-Jobs herangezogen. Wenn sie das gesetzliche Rentenalter erreicht hatten, konnten sie dann ohne Abschläge ihre Rente beziehen.

Der Hintergrund dieser Regelung war es, dass diese Gruppe von Arbeitslosen sowieso kaum noch vermittelbar war, aber deshalb nicht mit einer verminderten Rente bestraft werden sollte.

Diese Regelung ist aber zum Ende des Jahres 2007 ausgelaufen. Jetzt ist es möglich, diese älteren Arbeitslosen zwangsweise in den Ruhestand zu schicken. Bei manchen Arbeitsagenturen wurde bereits begonnen, diese Zwangsverrentung in die Tat umzusetzen. Das bedeutet für die Betroffenen aber, dass sie mit deutlichen Abschlägen bei ihrer Rentensumme auskommen müssen. Die Minderung der Rentenhöhe kann bis zu 18 Prozent betragen. Damit müssen diese Menschen mit einem monatlichen Einkommen auskommen, das vielfach nicht zum Lebensunterhalt reicht.
Jedenfalls sind die Arbeitsagenturen zunächst einmal an die Anwendung des geltenden Rechts, also an die Zwangsverrentung gebunden.

Altersteilzeit

Mit dem Alter schwindet bei vielen Menschen die Fähigkeit sowie die Motivation, den Belastungen am Arbeitsplatz standzuhalten. Dennoch erscheint den meisten Arbeitnehmern der gänzliche Verzicht auf Arbeit sowohl aus finanziellen als auch aus persönlichen Gründen wenig attraktiv. Altersteilzeit ist deswegen eine für immer mehr Mitarbeiter attraktive Möglichkeit.

Interessenten sollten aber nicht blindlings den Vorgesetzten um eine Reduktion der wöchentlichen Arbeitszeit bitten, sondern sich vorab mit ausreichend Informationen versorgen, damit der Wunsch auch weniger Belastung ohne Unannehmlichkeiten realisiert werden kann.

Nicht nur juristische, insbesondere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen müssen beim Übergang zur Altersteilzeit berücksichtigt werden. Auch die finanzielle Planung von Arbeitnehmern muss an den geänderten Arbeitsaufwand und das damit verbundenen geringere Gehalt angepasst werden. In dieser Hinsicht sind nicht nur steuerliche Aspekte von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Stundenreduzierung. Auch staatliche Unterstützung sowie bestimmte Programme zur Altersteilzeit von Seiten der Wirtschaft sollten in die Kalkulation mit einbezogen werden.

Angesichts des umfassenden Informationsbedarfs, der beim Wunsch nach Altersteilzeit unweigerlich entsteht, empfiehlt sich der Besuch geeigneter, diesem Thema gewidmeter Internetseiten. Nach einer guten Recherche steht einem mit weniger Arbeit befüllten Alltag dann nicht mehr im Wege.

Dienstunfähigkeit bei Beamten

Im Falle einer Dienstunfähigkeit haben Beamte auf Lebensjahr ab fünf geleisteten Dienstjahren einen Anspruch auf Ruhebezüge. Die Höhe der Bezüge hängen von der bisherigen Dienstzeit und der Besoldung ab.
Während der Probezeit werden Beamte bei einer Dienstunfähigkeit aus dem Beamtenstatus entlassen. In diesem Fall werden keine Bezüge wegen Dienstunfähigkeit gezahlt.
2001 wurden Höchstsätze für die Ruhebezüge festgelegt. Dabei wurden sogenannte Mindestversorgungsbezüge festgelegt. Diese wurden für Ledige auf rund 1.225 Euro, für Verheiratete auf etwa 1.290 Euro festgesetzt.
Im Beamtenrecht gibt es für die Pensionierung klare Richtlinien, die sich je nach Dienststelle nach dem Bundes- oder Landesrecht richten. Ab einem bestimmten Alter tritt der Beamte mit der Pensionierung in den dauerhaften Ruhestand ein. Hierfür muss kein Antrag gestellt werden.
Wenn der Beamte aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Erfüllung seines Dienstverhältnisses fähig ist, wird er in der Regel in den vorzeitigen Ruhestand versetzt. Eine Ausnahme wird normalerweise nur gemacht, wenn der Beamte an einer anderen Stelle eine Tätigkeit ausüben kann. Beispielsweise wird bei einem Streifenpolizisten zunächst versucht, ihn in den Innendienst zu versetzen. Auch wenn ein Beamter innerhalb von sechs Monaten drei Monate oder mehr krankgeschrieben ist und nach weiteren sechs Monaten keine vollständige Dienstfähigkeit hergestellt wird, wird eine volle Dienstunfähigkeit angenommen. Dies hat ebenfalls die vorzeitige Pensionierung zur Folge.
Bei Zweifel über den Gesundheitszustand wird durch den Dienstherren in der Regel eine medizinische Untersuchung angeordnet, um zu klären, ob der Beamte noch diensttauglich ist oder nicht. Das Ergebnis dieser Untersuchung bestimmt dann, ob der Beamte pensioniert wird.

Frühverrentung

Frühverrentung ist eine Möglichkeit, um bei einer Kündigung in fortgeschrittenem Alter der Arbeitslosigkeit zu entgehen. In Anbetracht des derzeitigen Arbeitsmarktes ist dies für einige Arbeitnehmer sicher ein guter Weg, um dem Arbeitslosengeld II, besser unter Hartz IV bekannt, zu entgehen. Allerdings sollte die Finanzierung des Ruhestandes geklärt sein, da es bei der gesetzlichen Rente Abschläge für jeden Monat gibt, den man früher Rentenzahlungen empfängt. Es sollte auch beachtet werden, dass bei Unterhaltszahlungen die früher gezahlte Rente berücksichtigt wird, Leistungen nach Hartz IV jedoch nicht.

Wenn der Frührentner Unterhalt leisten muss, gehen also weitere Teile seiner Rente verloren. In verschiedenen Firmen wird versucht, diesen Nachteil mit Modellen für ältere Arbeitnehmer, wie beispielsweise Altersteilzeit, auszugleichen. Hier zahlt das Unternehmen dem Arbeitnehmer meist eine Abfindung, damit der Nachteil der niedrigeren Rentenzahlungen für den Beschäftigten nicht spürbar ist. Diese Modelle werden häufig staatlich gefördert.

Die Kommission der Europäischen Union setzt sich allerdings dafür ein, den Arbeitsmarkt umzustrukturieren und damit die Frühverrentung zu verhindern, da neben dem Ausfall des Beschäftigten als Steuerzahler meist noch weitere Kosten auf die Volkswirtschaft zukommen.
Als Beispiel sei hier genannt, dass auch das Wissen und die Erfahrung der Mitarbeiter den Unternehmen früher verloren gehen.

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